Leben heißt ...
... wachsen
TRAUMA, RELIGION  &  SPIRITUALITÄT

Mit den großen Fragen leben lernen ...

Gibt es eine absolute Wahrheit? Wie ertrage ich Leid und Ungerechtigkeit? Gibt es einen Gott und wenn ja, welchen? Was mache ich mit meiner Angst vor dem Sterben? Wie entscheide ich in schwierigen ethischen und moralischen Konflikten? Wohin mit meiner Schuld? Was ist der Sinn des Lebens?  

Solche und andere Fragen beschäftigen jeden Menschen im Laufe seines Lebens immer wieder. Manchmal führen solche Fragen zu tiefen Sinnkrisen und innerer Zerrissenheit. 

Nein - ich kann und will dir diese Fragen nicht beantworten.

Aber ja:

Ich möchte dich dabei begleiten, deine eigenen Antworten zu finden - oder mit diesen Fragen gut leben zu können.

Falls dich solche Themen im Moment beschäftigen, möchte ich dir einen Raum bieten, in dem solche Fragen sein dürfen, und dir Hilfestellungen an die Hand geben, damit umgehen zu lernen. 

Dabei begleite ich dich unabhängig von deiner religiösen oder weltanschaulichen Sichtweise. Diese darfst du gerne behalten oder auch ändern.

Vielleicht wirst du ja mutig und entdeckst, wieviel Lust und Freude es machen kann, neugierig ungewohnte Blickwinkel einzunehmen und vielleicht sogar irgendwann spielerisch und mit Humor gewohnte Gedanken zu hinterfragen.

Keine Angst vor Zweifeln! 

Ich habe den Zweifel schätzen gelernt. Zweifel müssen sein dürfen. Zweifel tauchen meist auch nicht ohne Grund auf. Oft wachsen sie lange Zeit im Verborgenen, bevor sie an die Oberfläche unseres Bewusstseins treten.

In diesem Wort steckt das Wörtchen "zwei". Das bedeutet auch, dass es mehrere Möglichkeiten geben darf, wohin Zweifel führen können. Immer aber bringen sie weiter! 

Die Fähigkeit zu zweifeln, zu hinterfragen, herausfinden und forschen zu wollen, ist eine wichtige menschliche Fähigkeit - doch Zweifeln will gelernt sein:

Wie entspannt kannst du mit Zweifeln umgehen?

Treibt dich Neugier und Entdeckerfreude oder tiefes Misstrauen?

Wie gehst du mit zeitweiliger Einsamkeit, Unverständnis und Widerstand um? 

Wie und wo kannst du Zweifel konstruktiv denken und kommunizieren, bevor du einen eigenen, sicheren Stand findest?

Was machen deine Zweifel mit deinen Beziehungen und mit deinem Selbstwertgefühl?

Ich begleite dich durch Glaubenskrisen, begegne deinen Zweifeln und Fragen wertschätzend und offen, mache dir Mut, deinen eigenen Weg zu finden. Es darf alles gedacht und gefühlt werden!  

"Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind." (Rainer Maria Rilke)

"Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle dienend anerkannt habt." (Buddha)

"Prüft aber alles und das Gute behaltet!" (Paulus, Brief an die Thessalonicher)

Wenn der Zweifel Folgen hat: 

Begleitung bei religiösem Trauma, geistlichem Missbrauch und während und nach dem Ausstieg aus fundamentalistischen religiösen Gruppen

Zweifel an sich sind nichts weiter als Gedanken:

Kann das wirklich sein?

Warum glaube ich eigentlich, was ich glaube? Könnte es auch anders sein? Was wäre dann die Konsequenz?

Was denken und glauben andere, und wie sieht mein Glaube aus deren Sicht aus?

Was passiert, wenn ich meine Zweifel äußere?

 

Der Verlust oder auch nur die Veränderung von religiösen Überzeugungen kann je nach Biografie, Persönlichkeit und sozialem Umfeld massive innere und äußere Konflikte auslösen. Ein einmal geäußerter Zweifel oder eine vom sozialen Umfeld abweichende Sichtweise kann Beziehungen grundlegend verändern und Vertrauen erschüttern.

Vielleicht bist du hier, weil du sehr schmerzhafte Erfahrungen gemacht hast in einer kirchlichen oder sonstigen religiösen Gemeinschaft. Dann bist du vielleicht auch besonders misstrauisch gegenüber einer Beratung oder Therapie.

Einerseits möchtest du mit deiner Geschichte, deiner Verlusterfahrung und deinen inneren spirituellen Kämpfen verstanden werden, andererseits hast du Angst vor einer Retraumatisierung, vor erneuter spiritueller oder weltanschaulicher Manipulation, davor, noch einmal verurteilt oder nicht ernst genommen zu werden:

Welche religiöse Einstellung hat die Beraterin selbst wohl?  Will sie mich am Ende von ihrer eigenen Weltsicht überzeugen? Kennt sie sich aus mit meinem so speziellen Thema? Wird sie überhaupt verstehen, wovon ich rede?

Dein Misstrauen ist absolut verständlich!

Da, wo du jetzt stehst, fühlt es sich vielleicht sehr unruhig, bedrohlich, vielleicht auch einsam an. Du hast vielleicht manipulative oder missbräuchliche Erfahrungen mit Menschen in verantwortlichen Positionen gemacht, hast vielleicht dein bisheriges Weltbild oder deinen Glauben hinterfragt, hast dich geöffnet und bist dafür verurteilt oder ausgeschlossen worden. 

Wieviel Mut musst du haben! Und wieviel Mut brauchst du, dich mit diesem so persönlichen Thema (wieder) jemandem zu öffnen! Du hast ein Recht darauf, meine persönliche Einstellung zu erfahren, darüber kannst du am Ende dieser Seite mehr lesen.

Ein ungeheurer Kraftakt!

 

Sich aus einem gewohnten Glaubenssystem und / oder einer vertrauten Bezugsgruppe zu lösen braucht unglaublich viel mentale und emotionale Energie! 

Ich verschweige dir nicht, dass es ein anstrengender Weg ist, lang vertraute Vorstellungen zu hinterfragen, zu verändern und dadurch das Risiko einzugehen, enge Beziehungen zu belasten oder gar zu verlieren. Der Verlust der Zugehörigkeit und das anfangs starke Einsamkeitsgefühl sind meist schwer zu ertragen. Diese Gefühle stellen sich auch ein, wenn du weiter in deinem gewohnten System bleibst, dich aber dort niemandem anvertrauen kannst, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Je nachdem, wie stark du in deinem Glaubenssystem und deiner Bezugsgruppe verankert und engagiert warst, wird es auch deine Identität und Selbstwertgefühl, geliebte Aufgaben und deine Rolle grundlegend erschüttern. Manchmal ist sogar die berufliche Existenz bedroht.

Ich verspreche dir aber, dass dieser Weg dich in die Weite führt, in ein reiches, buntes Leben, in tiefen Frieden und mehr Gelassenheit, in mehr Authentizität und Selbst - Bewusstsein, und ganz bestimmt auch in eine ganz neue Qualität von Beziehungen. Im besten Falle macht es dich zu einem liebevolleren und barmherzigeren Menschen und schenkt dir ein tief verbundenes Lebensgefühl.

Religiöses Trauma ist ein besonderes Trauma.

 

Trauma heißt übersetzt (seelische) Verletzung. Dies kann durch ein plötzliches Ereignis (Schocktrauma) oder durch langandauernde ungünstige Lebensumstände, meist schon in der Kindheit (Entwicklungstrauma), entstehen.

Religiöses Trauma kann beides beinhalten und wird oft ausgelöst bei der Abkehr (oder dem Ausschluss) von einer religiösen Gemeinschaft oder auch nur dem inneren Verlust bestimmter bisheriger Glaubensinhalte. Vorausgegangen ist meist eine intensive religiöse Prägung über viele Jahre oder von Geburt an.

Die Symptome ähneln dem des Posttraumatischen Belastungssyndroms:

- belastende Erinnerungen, Flashbacks

- Übererregtheit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Schreckhaftigkeit, erhöhte Wachsamkeit

- Gleichgültigkeit bzgl. der Umgebung, Vermeidung von traumabezogenen Aktivitäten und Situationen

- Freudlosigkeit, depressive Verstimmungen, Gedankenkreisen

Speziell bei religiösem Trauma kann hinzukommen:

- Schwierigkeiten oder Ängste beim kritischen Denken

- negatives Selbstbild

- Angst vor (menschlicher oder göttlicher) Verurteilung

- Schwarz-Weiß-Denken

- Hang zur Idealisierung und Suche nach "Gurus" bei gleichzeitigem

- Misstrauen gegenüber Führungspersonen

- Ängste, Schuldgefühle, Trauer oder Wut bei Verlust der Bezugsgruppe

- Perfektionismus, Angst vor Fehlern und dadurch

- Schwierigkeiten bei Entscheidungsfindung

- soziale Unbeholfenheit oder Spätentwicklung

- Scham, auch wegen der eigenen religiösen Vergangenheit

- Gefühle von Einsamkeit und Unverstandensein

- Schuldgefühle

- Verbitterungsgefühle

"Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste.

Oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben." (Nelson Mandela)

 

Wie bin ich da hineingekommen?

Falls sie nicht schon hineingeboren wurden, schließen sich Menschen aus unterschiedlichen Gründen religiösen Gemeinschaften vielfältigster Art an.

Sie möchten sich z. B. sozial engagieren, gemeinsame Werte teilen oder auch Hilfe und Antworten in einer Lebenskrise erhalten. Oft fühlen sich Menschen von einem Versprechen nach Liebe und Gemeinschaft, Geborgenheit und Akzeptanz angezogen und weniger von den dort herrschenden Lehrmeinungen oder Moralvorstellungen. Genau diese sind es dann aber oft, die irgendwann innere Kämpfe auslösen und nicht selten als Messlatte der Zugehörigkeit angelegt werden. Denn Dogmen sind starr, Menschen aber verändern sich - durch Bildung, durch Begegnung, durch Erfahrung. 

Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht. (Rosa Luxemburg)

Leben unterliegt einem ständigen Wandel, und auch spirituelles Denken und Erleben ist dynamisch und sehr individuell. Besonders in Zeiten persönlicher Lebenskrisen, aber auch in allen normalen menschlichen Entwicklungsphasen, kann ein erhöhtes Bedürfnis entstehen nach einfachen Antworten auf sehr komplexe Fragen. Manchmal führt das dazu, dass Menschen in manipulierende und abhängige Strukturen und Beziehungen geraten oder sich von Gruppen mit teils fundamentalistischen Denkweisen angezogen fühlen, sei es religiös, politisch oder esoterisch. 

Andererseits kommen vor allem in Zeiten von Leid, Verlusterfahrung und Lebensumbrüchen bisherige Glaubens- und Denkmuster ins Wanken. Dadurch entstehen Konflikte mit dem gewohnten System.

Menschen, die bis dahin in eine Gemeinschaft eingebunden waren, verlieren manchmal gerade dann ihr soziales Netz, wenn sie es am dringendsten bräuchten. 

Was bei religiösem Trauma - anders als beim Ausstieg aus anderen sozialen Gruppen - noch dazu kommt, ist die spirituelle Dimension. Das heißt, einem Zweifelnden oder "Abtrünnigen" wird nicht nur die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft entzogen - wie etwa bei einem Austritt/ Ausschluss aus einer Partei oder einem Sportverein - sondern oft auch die Nähe und Erfahrung göttlicher Gegenwart und ein Leben in einer wie auch immer gedachten "Ewigkeit" abgesprochen. Selbst wenn der Betroffene nicht oder nicht mehr an solche Vorstellungen glaubt, können solche Urteile tiefe Verletzungen verursachen und auch auf körperlicher Ebene Symptome eines posttraumatischen Belastungssyndroms auslösen. 

Wie geht es weiter? 

Eine Gemeinschaft zu verlassen, die über Jahre, vielleicht über Jahrzehnte oder gar von Geburt an eine soziale und auch geistliche Heimat war, ist sehr schmerzlich. Es muss oft mühsam gelernt werden, neue Kontakte aufzubauen, zu den eigenen Werten (zurück) zu finden und verletzende Erfahrungen zu verarbeiten:

Was will / kann ich noch glauben? Welche Beziehungen will / kann ich behalten? Wie gehe ich mit Ablehnung, Vorurteilen, Missverständnissen, endlosen Grundsatzdiskussionen, Kontaktabbrüchen um? Wer bin ich eigentlich? Was ist mir wirklich wichtig und wo kann ich das in Zukunft (er-)leben? 

Ich möchte dir einen Ort bieten, an dem du erst mal zur Ruhe kommen kannst und lernen, deine körperlichen und emotionalen Symptome zu regulieren.

An dem du - wenn du möchtest - dich offen, konstruktiv, differenziert und gerne auch kritisch mit spirituellen, religiösen und theologischen Fragen auseinandersetzen kannst - Denken im geschützten Raum. Ohne Druck und ohne bestimmtes Ziel.

Einen Ort, an dem du deine Trauer-, Wut-, Angst- und Schuldgefühle zulassen und aussprechen darfst.

An dem du auch herausfinden kannst, warum du überhaupt in ein Glaubenssystem eingestiegen oder - falls du hineingeboren wurdest - dort so lange geblieben bist. Gerade diese Fragen können für dich sehr interessant sein, denn sie zeigen dir etwas über deine Bedürfnisse, deine Persönlichkeit, deine Biografie, deine Werte.

Ich möchte dir einen Ort bieten, an dem du dich selbst entdecken kannst und Beziehungen auf eine neue Art und Weise gestalten.

Einen Ort, an dem du ohne Angst wachsen kannst und dich frei entwickeln - vielleicht zum ersten Mal in deinem Leben. 

Mein eigener religiöser Hintergrund und meine heutige Sichtweise:

Wie schon erwähnt, hast du in diesem speziellen Bereich ein Recht darauf, meine persönliche Einstellung zu erfahren, bevor du mir deine Gedanken und deine Geschichte anvertraust. Deshalb möchte ich dir ein bisschen von mir erzählen, damit du weißt, mit wem du es hier zu tun hast:

Ich selbst bin in ziemlich fromme Strukturen hineingeboren worden. Meine Familie und ein Großteil meiner Verwandtschaft waren und sind sehr religiös. In einem solchen System aufzuwachsen bedeutet enge moralische Regeln, einen vorgegebenen Denkrahmen und ein gesellschaftlich eher abgesondertes Leben - eine eigene Welt in der Welt.

Gleichzeitig hatte ich dadurch auch eine (äußerlich) sehr behütete Kindheit mit organisierten Gemeinschaftsformen und klaren Werten. 

Obwohl ich von meinem Naturell her sehr neugierig und wissbegierig, kritisch denkend und hinterfragend bin, hat es dennoch viele Jahre gebraucht, mich aus dieser einseitigen Art, Gott und die Welt zu definieren, zu lösen. Gründe dafür waren sicher meine Loyalität und Pflichtbewusstsein, das normal menschliche Bedürfnis dazuzugehören und die (lange unbewusste und sehr berechtigte) Angst vor Widerstand und Ablehnung in meinem vertrauten sozialen Umfeld. Zeitweise hatte ich mich so mit meinem religiösen System identifiziert, dass ich es sehr engagiert mitgestaltet und vertreten habe, nur um die Widersprüche in meinem Kopf nicht zu spüren.

Je älter ich wurde, desto mehr unterschiedliche Formen von Spiritualität habe ich erlebt und beobachtet. Dabei habe ich auch bisweilen skurrile Erfahrungen gemacht, bin Irrwege gegangen, habe manches geglaubt, vieles wieder verworfen, durchaus viel Hilfreiches gelernt, Elementares hinterfragt, wunderbare Menschen kennengelernt, aber auch Widerstand und Unverständnis geerntet und Reaktionen erlebt, die teilweise sehr schmerzhaft waren. Vor allem die Beschäftigung mit Philosophie und Psychologie hat mir geholfen, mich selbst und andere und auch die Dynamik von Gruppen besser zu verstehen, weiter und barmherziger zu werden, aber auch differenzierter und kritischer zu prüfen, Entscheidungen zu treffen und Grenzen zu setzen.

Was ich persönlich heute glaube?

Ich halte Spiritualität durchaus für eine große Ressource. Die Art und Weise, WIE wir sie leben, ist manchmal einfach Gewohnheit, oft aber auch ein Ausdruck innerer Wünsche oder auch erlebter Verluste. Sie kann eine gute Bewältigungsstrategie sein, manchmal eine Flucht, manchmal einfach ein "Ort", an dem man sich wohl fühlt und ganz bei sich sein darf, so wie es manche in der Musik, in der Kunst oder in einer Beziehung erleben. Manche nennen diesen Ort "Gott", ich selbst mag dieses Wort nicht mehr so besonders, es wird viel zu sehr missbraucht, definiert und von einzelnen Gruppen vereinnahmt. 

Ich denke, dass Glaube viel mit der eigenen Biografie und Persönlichkeit zu tun hat, denn Bilder und Vorstellungen über Gott und die Welt sagen oft weniger über einen tatsächlichen Gott und die Realität aus als vielmehr über die jeweiligen Menschen, die diese Vorstellungen in sich und nach außen tragen.  

Viele Missverständnisse im Bereich Religion und Spiritualität haben mit Sprache und Worten zu tun:

Wenn du mich heute fragst: "Glaubst du an Gott?" Dann antworte ich dir: "Wenn DU mir sagst, wer oder was Gott ist, dann kann ICH dir sagen, ob ich daran glaube." 

Wenn du mich fragst "Bist du ein Christ (oder ein Buddhist oder ein Atheist)?" werde ich antworten: "Wenn DU mir sagst, was DU unter einem Christen (einem Buddhisten, einem Atheisten) verstehst, kann ich dir sagen, ob ICH in deinen Augen einer wäre." 

Ich möchte lernen, immer weniger in Schubladen und Kategorien zu denken und mir selbst auch kein religiöses Etikett mehr geben. Fundamentalismus, autoritären Wahrheitsanspruch und lieblose Ausgrenzung lehne ich ab. 

Ich denke, unser Wissen ist sehr begrenzt. Niemand kann wirklich sagen, was die Wahrheit ist oder wer Gott ist - was nicht automatisch bedeutet, dass es sie / ihn nicht gibt. Ich denke, unsere Aufgabe ist das Mensch - Sein, nicht Gott zu definieren. Menschsein bedeutet, einerseits spirituell empfinden zu können, andererseits aber das Geheimnis "Gott" aushalten zu müssen.

 

Auch wenn ich heute dazu keine Antworten mehr habe, fühle ich mich trotzdem geliebt und gehalten. Einfach weil ich BIN. 

Ich bin ein Mensch. Mensch unter Menschen - 

eingebettet in einen größeren Zusammenhang, dessen Sinn ich nicht begreife, den ich manchmal meine zu ahnen und in dem ich mich trotz aller Fragezeichen geborgen fühle. Ich trage Leben in mir, was auch immer dessen Ursprung und Ziel ist.  Kostbares, wunderbares, geheimnisvolles, verletzliches Leben. Schrecklich und schön zugleich. 

 

Was ist mit mir nach dem Tod? Das weiß ich genauso wenig wie ich wissen kann, wo und ob ich vor meiner Geburt war.

Was ich aber fühle ist, dass ich Verantwortung habe für mein Leben VOR dem Tod. Dieses Leben möchte ich dankbar und so gut ich kann gestalten - und auch dir dabei helfen.

Vielleicht reicht dir meine Antwort nicht ganz, aber ich verspreche dir:

Ich werde dich nicht verurteilen!

Ich werde dich zu nichts missionieren!

Ich möchte dir helfen, selber zu denken, ohne Angst.

Ich möchte dir helfen, deinen eigenen Weg zu gehen und dich in neuer Weise mit Menschen zu verbinden.

Ich möchte dir helfen, das "Geheimnis Gott" aushalten zu können und dich trotzdem geborgen zu fühlen.

Das Leben ist ein Geschenk! 

Es dankbar, verantwortlich und mutig leben zu lernen - vielleicht trotz fehlender Antworten -, das wünsche ich dir.